Wie viel Erde braucht der Mensch?: Leben in und mit der Natur

Wilfried F. Noisternig „Wie viel Erde braucht der Mensch?“ Tyrolia Verlag 120 Seiten Sprache: Deutsch Format: 22 x 27 cm ISBN 978-3-7022-3573-4 Preis: 34,95 Euro (D)
Wilfried F. Noisternig
„Wie viel Erde braucht der Mensch?“
Tyrolia Verlag
120 Seiten
Sprache: Deutsch
Format: 22 x 27 cm
ISBN: 978-3-7022-3573-4
Preis: 34,95 Euro (D)

Das etwas andere Leben in der Natur: Wilfried Noisternig porträtiert in seinem Bildband „Wie viel Erde braucht der Mensch?“ einen knapp 70-jährigen Bergbauern. Fernab von der Zivilisation lebt der so genannte Kuglerbauer seit seinem 27. Lebensjahr. Alleine, auf seinem Hof im Tiroler Wipptal.

In der heutigen Zeit mag einem diese Lebensform rückständig oder einsam vorkommen – doch so fühlt es sich für den „Kugler“ nicht an.

Der Kugler ist schon seit Jahrzehnten Landwirt aus Leidenschaft. © Wilfried F. Noisternig
Ein Platz an der Sonne: In seinem Zuhause hat der Kugler alles, was er für sein zufriedenes Leben benötigt. © Wilfried F. Noisternig

Im Einklang mit der Natur

Die Aufnahmen zeigen einen Bauern, der seinen Beruf liebt und sich bei seiner Arbeit nach den Phasen der Natur richtet. Er lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen: „Wenn es regnet, lege ich mich halt zum Ofen hin, bis es wieder schön wird“, so der Bauer.

Obwohl er seit Jahrzehnten alleine auf dem Hof lebt, ist er nicht einsam – immer wieder schauen Leute auf einen Plausch vorbei und so ist der Kugler auch über das Leben der Menschen in seiner Umgebung informiert.

Ein Einblick in das Leben auf dem Hof des Kuglerbauerns. © Wilfried F. Noisternig
Die Landwirtschaft liegt dem namenlosen Bauern am Herzen. Er gab dem Fotografen Einblicke in das Leben auf dem Hof. © Wilfried F. Noisternig

Noisternig hat den Landwirt bei einem Spaziergang kennengelernt. Dadurch entwickelte sich eine langjährige Freundschaft.

Aber warum gleich einen ganzen Bildband? Der Fotograf erläutert das Ziel seines Projekts im Vorwort: Er sieht in seinem fotografischen Porträt des Bauern eine „mediative Betrachtung über das Leben eines Menschen, der es verstanden hat, auf seinem abgeschiedenem Bauernhof seine Zufriedenheit in der Genügsamkeit zu leben.“

Über den FotografenNoisternig
Dr. Wilfried Noisternig ist eigentlich Arzt für Allgemeinmedizin in Novis, Tirol. Neben seinem Beruf hat er eine Leidenschaft für die Fotografie entwickelt und sich durch die Teilnahme an diversen Seminaren fortgebildet. Die Kamera ist sein ständiger Begleiter in Freizeit und auf Reisen. Sein Fotoprojekt mit dem Kuglerbauern begann er im Jahr 2008.

Nachhaltig leben

Noisternig fotografierte persönliche Gegenstände, das Haus und das Grundstück des Landwirts. Zusätzliche, persönliche Zitate des Kuglers vermitteln eine Vorstellung von Leben und Arbeit abseits der für uns so alltäglichen Hektik.

Einkaufszentren, Shopping-Meilen? Fehlanzeige! Der Landwirt macht alles selbst. So hat er beispielsweise einen 2100 Meter langen Zaun um sein Grundstück gebaut. Per Hand. Nur aus Holz. Und das mit Erfolg: Manche Teile des Zauns halten bereits seit über 50 Jahren.

Der Zaun des Kuglerbauers hält fast schon ewig. ©Wilfried F. Noisternig
Der primitive aber stabile Zaun des Kuglerbauers hält schon eine kleine Ewigkeit. ©Wilfried F. Noisternig

Der Kugler ist ein Gegenbeispiel zur heutigen Gesellschaft, in der schnelllebiger Konsum eine große Rolle spielt. Er hingegen lebt nachhaltig, im Einklang mit der Natur und verzichtet auf die Hilfe von Maschinen. Sein Haus ist sparsam eingerichtet.

Ein puristisches Leben voller Verzicht? Nein! Der Landwirt sagt, dass er sehr zufrieden mit seinem Leben ist. Für ihn war und ist es am wichtigsten, den landwirtschaftlichen Betrieb weiterzuführen.

Ein Blick in die Küche des Kuglers. © Wilfried F. Noisternig
Feuerofen statt Mikrowelle: Ein Blick in die Küche des Kuglers. © Wilfried F. Noisternig

Mein Fazit

johanna_petersFernab von der Zivilisation zu leben wäre für mich persönlich kein wünschenswertes Lebensmodell. Dennoch und vielleicht gerade deswegen inspiriert der Bildband zum Nachdenken – über die Frage, was wir wirklich brauchen, um glücklich zu sein. Der porträtierte Kuglerbauer zeigt, dass man auch mit wenigen Mitteln ein zufriedenes Leben führen kann.

Johanna Peters studiert Medien- und Kulturwissenschaften und interessiert sich schon lange für die Fotografie. Darüber hinaus schreibt sie Rezensionen für photobildband.de.
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