Logbuch New York - by photobildband.de

Logbuch New York: Eine Stadt wie in einem Traum

Logbuch New York - by photobildband.de
Steffen Böttcher
„Logbuch New York“
Stilpirat Verlag
168 Seiten
Format: 29 x 35 cm
Sprachen: Deutsch, Englisch
ISBN: 978-3-981662580
59 Euro (D)

Wie schwer ist es, einen Bildband zu veröffentlichen? Wie viele Fotos muss man schießen und wie lange muss man warten, bis ein Verlag bereit ist? Der Fotograf Steffen Böttcher hat das selber in die Hand genommen – und veröffentlicht seit 2013 seine Bildbände im Eigenverlag. Für seine Logbuch-Serie reist Böttcher rund um die Welt. Seinen letzten Bildband widmet er New York.

New York fotografisch einfangen

Vor genau einem Jahr besuchte Böttcher die große Metropole an der Ostküste der USA für insgesamt drei Wochen. Sein Ziel war es, New York so zu erleben, wie er es früher tat.

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Metropole an der Ostküste der USA © Steffen Böttcher

Bereits 1990 war Steffen Böttcher nämlich schon einmal im Big Apple. Aufgewachsen in Ostdeutschland, war es nach dem Mauerfall sein größtes Ziel, New York kennenzulernen. Nicht auf Fotos oder im Fernsehen, sondern wahrhaftig. Er jobbte so lange, bis er das Geld für den Flug zusammen hatte. Dann ging sie los, die einwöchige Traumreise.

Über den Fotografen
steffen_stilpirat_boettcher_-11„Stilpirat“ Steffen Böttcher hat sich auf Reportage-, Porträt- und Hochzeitsfotografie spezialisiert. Er lebt in Buchholz in der nördlichen Lüneburger Heide, wo er auch sein ‚Heidestudio‘ betreibt. Über seine Erlebnisse bloggt er regelmäßig unter www.stilpirat.de.

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„Logbuch New York“ zeigt nicht nur Architektur… © Steffen Böttcher

25 Jahre später wollte Böttcher, der mittlerweile Fotograf geworden ist, die US-Metropole wieder bereisen. Dieses Mal aber mit der Kamera. Doch: Nichts ist so „durchgeknipst“ wie New York (oder Paris). Aber die Aufnahmen Böttchers sind nicht vergleichbar mit den üblichen Fotos in einem Stadtführer.

„Nichts braucht die Welt weniger, als dass ich jetzt noch mal alles genau so abfotografiere“, sagt Böttcher selber im Vorwort des Bildbands. Und so sollten die Bilder die Erinnerungen seines damaligen Aufenthalts von 1990 widerspiegeln.

Fotos der Unschärfe

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Der Fotograf spielt mit der Unschärfe. © Steffen Böttcher

Was direkt auffällt: Die New-York-Bilder sind teilweise extrem verschwommen. Geringe Schärfentiefe, verwackelte Bildelemente und viel Unschärfe. Sollte irgendwann ein Fotohistoriker diese Fotos ausschauen, wird er nach wenigen Sekunden mit Sicherheit sagen: „Schätzungsweise Anfang 21. Jahrhundert, aber auf keinen Fall älter als 2020 oder 2030.“ Und das wird er nicht etwa wegen der gezeigten Gebäude sagen, sondern wegen des Bildstils.

Unschärfe ist derzeit schwer im Trend. Quasi ein Zeichen unserer Zeit. Es ist die große Lust an der Unschärfe, die in der zeitgenössischen Fotografie zu sehen ist. Beispielsweise das Bokeh, die bewusst fotografierten Kreise von unscharfen Lichtern, ist seit Anfang des Jahrhunderts sehr populär.

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Spiegelungen, Unschärfe, Lichtpunkte © Steffen Böttcher

Ja, Unschärfe hat einen beachtlichen Stellenwert. Unvorstellbar ist ein Musiker, der dem Weißraum auf dem Papier genauso viel Aufmerksamkeit schenkt wie den Noten. In der Fotografie ist das anders.

Nun ist es so, dass ein vollständig unscharf fotografiertes New York auch nicht besonders raffiniert ist. So etwas schafft man auch zwischen den Hochhäusern Frankfurts. Nein, die Kunst ist es, ein gutes Verhältnis zwischen Unschärfe und Schärfe zu bieten. Es muss immer noch erkennbar sein, dass es sich um New York handelt. Sei es durch bestimmte Gebäude, durch die Skyline am Horizont oder durch die vielen Yellow Cabs auf den Straßen. Steffen Böttcher gelingt dies mit Bravour.

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New York – wie in einem Traum erlebt © Steffen Böttcher

Unbesiegbare Metropole

Wir erleben die Fotos in diesem Bildband aus der Sicht eines Menschen, der die Stadt nicht überblicken kann. Dem das alles verdammt groß erscheint. Die Augen beginnen zu flimmern… Unschärfe!

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Die Straßenschluchten Manhattens © Steffen Böttcher

„Ja, New York scheint unbesiegbar“, sagt Böttcher. New York ist ein Moloch, ein Monster, das immer wieder ruft und nie still steht. Und es wird auch nie langweilig, New York immer wieder neu zu beschreiben. Sei es in den Tagebüchern von Carrie Bradshaw oder in den Liedern von Frank Sinatra: New York, das ist die Stadt, die niemals schläft. Von der man ein Teil sein möchte.

Mein Fazit

Marius von der Forst Sepia rundAuch wenn man New York noch hunderttausend Mal fotografiert, die Bilder sind nie gleich. Dieser Bildband zeigt die Metropole aus einem interessanten Blickwinkel. Und es macht Spaß, das Buch durchzublättern. Auch dann, wenn man selber zu der Stadt keinen so besonderen Bezug hat wie der Fotograf Steffen Böttcher.

Marius von der Forst liebt großartige Fotoaufnahmen – erst recht, wenn diese in Buchform verewigt wurden. Er ist freier Journalist und schreibt für Zeitschriften wie fotoPRO, digit! oder das Ringfoto-Magazin und natürlich für photobildband.de.

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