In der Villa Bonita lebten besonders in den 30er Jahren bekannte Schauspieler und Mitarbeiter beim Film. © Pamela Littky

The Villa Bonita: Zu Gast bei Fremden

Pamela Littky „The Villa Bonita“ Kehrer Verlag 144 Seiten Sprache: Englisch Format: 30 x 24 cm ISBN: 978-3-86828-685-4 Preis: 39,90 Euro (D)
Pamela Littky
„The Villa Bonita“
Kehrer Verlag
144 Seiten
Sprache: Englisch
Format: 30 x 24 cm
ISBN: 978-3-86828-685-4
Preis: 39,90 Euro (D)

Hohe Mauern, und innen tobt das Leben: Der Apartment-Komplex Villa Bonita ist ein mit Wein beranktes Haus mitten in L.A. Dessen Bewohner hat die Fotografin Pamela Littky porträtiert und ihre sehr persönlichen Fotos im Bildband „The Villa Bonita“ veröffentlicht.

In der Villa Bonita lebten besonders in den 30er Jahren bekannte Schauspieler und Mitarbeiter beim Film. © Pamela Littky
In der Villa Bonita lebten besonders in den 1930er Jahren bekannte Schauspieler und Filmmitarbeiter. © Pamela Littky

Im Vorwort berichtet der Regisseur und Drehbuchautor Cameron Crowe („Vanilla Sky“ und „Jerry Maguire“) über seine Flucht aus der langweiligen, einsamen Weite von Palm Springs nach Los Angeles. Er suchte Gemeinschaft, doch fand er erneut nur die Einsamkeit: Die Menschen lebten – anders als erwartet – nicht gemeinschaftlich, sondern jeder für sich zurückgezogen in seinen vier Wänden.

Die Mieter des Hauses ließen die Fotografin ganz nah an sich heran. © Pamela Littky
Die Mieter des Hauses ließen die Fotografin ganz nah an sich heran. © Pamela Littky

Aus dem Kaff in die City

Dort merkte Cameron Crowe, wie er selber langsam in seine Zurückgezogenheit abrutscht und Bemühungen von Neuankömmlingen, eine Community im Haus zu bilden, höflich, aber zurückhaltend, abweist. Das Leben in der Großstadt kann vieles verändern.

Genau diesen Lebensraum fotografierte Pamela Littky. Ihr gelang es, Zugang zu den Mietern der Villa Bonita zu bekommen. Der neue Mieter im ersten Stock, der Rapper und das Model in der Drei: Sie hielt die unterschiedlichsten Charaktere des Hauses fotografisch fest.

Pamela Littky - The Villa Bonita
Der Autor und die Familientherapeutin: In der Villa Bonita leben die unterschiedlichsten Menschen © Pamela Littky

In dem Mietshaus, das in der Goldenen Zeit des Films, in den späten 1920ern, gebaut wurde, lebten schon Hollywood-Größen wie Francis Ford Coppola oder Errol Flynn. Nun sind es Judith, Frances oder Josh. Models, ehemalige Tanzlehrer und Barkeeper.

Über die Fotografin
Pamela Littky ist freie Fotografin und lebt in der Stadt der Engel, Los Angeles. Sie porträtierte bereits berühmten Persönlichkeiten aus den Bereichen Fashion, Lifestyle und Musik. Ihre Arbeit zeichnet sich dadurch aus, dass sie die Personen intim in scheinbar unbeobachteten Momenten fotografiert.

Tanzlehrer und andere Kreative

Zu allen Mietern, die Littky in ihren Wohnungen fotografierte, schrieb sie die Eckdaten dazu: Wie lange leben sie schon in der Villa Bonita? Wo kommen sie her? Und wieso kamen sie nach L.A.? Was ist ihr Job?

Kaum Einrichtung aber eine schöne Aussicht: Die Villa Bonita steht an der Hillcrest Road in Hollywood, California. © Pamela Littky
Kaum Einrichtung, aber eine schöne Aussicht: Die Villa Bonita steht an der Hillcrest Road in Hollywood, California. © Pamela Littky

Fahrstuhl wie eine Achterbahn

Dabei erzählen die Mieter dem Betrachter ihre Geschichten und Eigenarten. Der Musiker, der eigentlich gar nicht in der Touristen-Ecke der Stadt leben will, aber das Haus so schön findet. Der Fahrstuhl, der so ruckelig fährt, dass jedem Besucher das Herz in die Hose rutscht. Die frisch eingezogene Mieterin, die Los Angeles eigentlich gar nicht mag. Diese Informationen geben allen Charakteren etwas sehr persönliches – man lernt sie kennen, es entsteht: Gemeinschaft.

Markus Fasse - photobildband.deMein Fazit

Ich liebe solche Bildbände. Besonders die, die einem das alltägliche Leben in den Staaten zeigen. Und alltäglicher geht es nicht, indem man gewöhnliche Bewohner eines allerdings geschichtsträchtigen Hauses porträtiert. Das Buch ist ein Appell, sich selbst einmal genauer umzusehen und vielleicht mal ein paar Worte mit dem Nachbar zu wechseln. Vielleicht sehnen sie sich ja auch einfach nur nach Gemeinschaft.

Markus Fasse, leidenschaftlicher Bildband-Sammler und Autor bei photobildband.de. Als freier Journalist schreibt er außerdem für Magazine wie u.a. fotoPRO

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