hello camel: Die Absurdität von Krieg

hello camel by Christoph Bangert, Kehrer
Christoph Bangert
„hello camel“
Kehrer Verlag
96 Seiten
Sprache: Englisch
Format: 24 x 32 cm
ISBN: 978-3-86828-683-0
Preis: 39.90 Euro (D)

Der Bildband „hello camel“ von Christoph Bangert ist eine beeindruckende Dokumentation über die Absurdität von Krieg und das menschliche Bestreben, inmitten von Gewalt und Chaos Normalität zu schaffen.

Bangert reist immer wieder für internationale Medien in Krisengebiete. Die Aufnahmen für „hello camel“ entstanden zwischen 2003 und 2013 in den Kriegsgebieten Afghanistan, Gaza, Darfur, Libanon und dem Irak.

Befremdliche Normalität

Während seiner Reisen versuchte er vor allem befremdliche Momente des Krieges festzuhalten. Der Bildband zeigt aber auch Situationen, in denen Soldaten lachen oder eine gewisse Ruhe herrscht. Diese beschreibt Bangert selber als lustig oder auch komisch.

Christoph Bangert möchte damit den Krieg keinesfalls beschönigen. Er appelliert an seine Leser, den Aspekt der Alltäglichkeit und Normalität zu berücksichtigen.

Lachende Soldaten, obwohl sie mitten im Krieg in Afghanistan sind. © Christoph Bangert
Lachende Soldaten, obwohl sie mitten im Krieg in Afghanistan sind. © Christoph Bangert

Eigenartige Realität

Das Cover und auch das dritte Bild in Bangerts Werk zeigen das namensgebende Kamel, das amerikanische Soldaten im Irak nicht aus den Augen lässt. Anstatt nahe der syrischen Grenze auf einen Feind zu stoßen, treffen sie nur auf den friedlichen Vierbeiner. Ein ziemlich eigenartiges Kriegsfoto.

Allerdings untermalt diese Aufnahme umso mehr die Intention des Fotojournalisten: Normale und auch alltägliche Situationen selbst im Kriegsgebiet einzufangen und darzustellen.

Freund oder Feind? Nein, nur ein Kamel. © Christoph Bangert

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Über den Fotografen
Christoph Bangert wurde 1978 in Daun geboren. Er fotografiert ausschließlich für redaktionelle Kunden und arbeitet regelmäßig im Auftrag der New York Times, der Zürcher Zeitung und dem Stern. Schon oft ist er in Kriegsgebiete gereist. Auf seinen Reisen versucht er verschiedene Seiten des Kriegs festzuhalten. Seiten, die vielen unbekannt sein dürften.

Skurril aber ehrlich

Wie viele andere Menschen auch hat Bangert gedacht, dass Krieg nur dramatische Szenen kennt. Der Kampf Gut gegen Böse. Sein Bildband „hello camel“ zeigt jedoch auch die anderen wichtigen Seiten, die banalen und skurrilen Situationen in Kriegszeiten. Möglichst ehrlich und authentisch berichtet Bangert mit diesem sehr gelungenen Bildband über die Absurdität von Krieg.

Mitten im Krieg ein Poster vom Paradies. © Christoph Bangert
Mitten im Krisengebiet ein Poster vom Paradies. © Christoph Bangert

Dass Bangerts Fotos so ehrlich wirken, liegt an seiner Art zu fotografieren. Er arbeitet intuitiv. Vor seiner Reise plant er nicht, was er fotografieren möchte sondern reagiert viel mehr auf das, was er vor Ort findet. Ein anderer interessanter sind seine Motivationsgründ.

Er selber sagt, dass die Motivation teilweise auch durch einen Abenteuergedanken entsteht: Etwas Bedeutungsvolles zu machen, auszubrechen, an etwas Größerem teilzuhaben. Natürlich ist die andere Motivation der journalistische Gedanke: berichten und die eigene Gesellschaft zu informieren.

Eine Hochzeit trotz Horror und Chaos. © Christoph Bangert
Eine Hochzeit trotz Horror und Chaos. © Christoph Bangert

Mein Fazitjil-wermelskirchen-photobildband

„hello camel“ ist kein gewöhnlicher Bildband über Krieg. Man bekommt einen anderen Einblick in die Krisengebiete wie Afghanistan oder den Irak. Ein beeindruckendes Werk, das zum Nachdenken anregt und die eigene Sichtweise erweitert, weil die Bilder Situationen zeigen, die man auf den ersten Blick womöglich nicht einem Krieg zuordnen würde.

Jil Wermelskirchen schreibt für photobildband.de und begeistert sich für Fotografien aller Art.
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