tender is the light - fog in the marigny

Tender is the Light: Momente im Alltag

David Julian Leonard „Tender is the light“ Kehrer Verlag 108 Seiten Format: 22 x 22 cm Sprachen: Englisch, Französisch ISBN: 978-3-86828-695-3 34,90 Euro (D)
David Julian Leonard
„Tender is the Light“
Kehrer Verlag
108 Seiten
Format: 22 x 22 cm
Sprachen: Englisch, Französisch
ISBN: 978-3-86828-695-3
34,90 Euro (D)

Zwischen Mensch, Natur und Tier: Mit einer Sammlung von unterschiedlichen Bildern, die der Fotograf David Julian Leonard seiner Frau Valentine widmete, versucht er die Einfachheit und das Sanfte in dieser Welt festzuhalten.

Für seinen Bildband „Tender is the Light“ hat Leonard Aufnahmen aus mehreren Jahren und von verschiedenen Orten zusammengestellt.

David Julian Leonard - tender is the light
Ein Schnappschuss im richtigen Moment: Leonard fing das Licht auf dem Gesicht dieses Straßenkünstlers am Time Square ein. © David Julian Leonard, Kehrer Verlag

David Leonard hat eine Vorliebe für Farbverläufe. Viele Aufnahmen wirken zunächst sehr unscheinbar und alltäglich – fast schon trivial. Erst auf den zweiten Blick erkennt man das teils sanfte Zusammenspiel von Farben, Perspektiven und Motiven.

So sieht man beispielsweise auf dem Einstiegsbild zu diesem Beitrag, wie stimmig die Farben des Hauses, der Lichter im Hintergrund und das Grün des Baumes miteinander harmonieren.

David Julian Leonard - tender is the light
Gespannter Blick in eine Richtung: Stier und Mensch warten darauf, was wohl als nächstes passieren wird. © David Julian Leonard, Kehrer Verlag

Die Kunst in den einfachen Dingen

Viele Bilder hat der Fotograf während der Bewegung aufgenommen. Die Konturen sind verschwommen, die Übergänge auf den Fotos sind fließend. Das trägt zum einen positiv zu den Farbverläufen bei und unterstreicht die Alltagssituation und Leonards Auge dafür: Es ist eben nicht immer Zeit, das perfekte Instagram-Foto zu inszenieren, um eine schöne Gelegenheit festzuhalten.

Einen speziellen Fokus auf eine bestimmte Personengruppe legt Leonard dabei aber nicht. Er stellt alte und junge Menschen dar, wobei vor allem die Unverblümtheit der fotografierten Kindern ins Auge sticht. Die Bilder sind nicht gestellt. Die Kids verhalten sich so, wie sie wollen.

David Julian Leonard - tender is the light
Mit Schokolade im Gesicht und mit einem Prinzessinnenkleid ausgestattet sind diese kleinen Damen dem Kindergeburtstag angemessen gekleidet – da kann die Party ja beginnen. © David Julian Leonard, Kehrer Verlag

David Julian Leonard

Über den Fotografen
David Julian Leonard wurde in Memphis geboren und von William Eggleston ausgebildet. Heute ist er Fotograf und Kameramann. Die Bilder zeigen seinen Weg über einen Zeitraum von 20 Jahren bis zu seinem derzeitigen Wohnort in Arles, Frankreich. Seine Frau Valentine stammt aus Frankreich und ist Philosophin, Schriftstellerin, Musikerin und Yogalehrerin. Der Titel des Bandes ist eine Anspielung auf die Zeile „tender is the night“ aus Johan Keats‘ Gedicht „Ode to a Nightingale“.

Wind, Wolken und der Einsatz von Licht

Der Fotograf hat auch einen guten Blick für die Natur: Die Bewegungen der Bäume im Wind, wie die Wolken an den Gipfeln der Berge kratzen oder wie ein Bild von Strand und Meer ein Sehnsuchtsgefühl nach Urlaub auslöst – selbst raue Fotos wirken durch die oftmals betonten Farbverläufe sanft.

David Julian Leonard - tender is the light
Die Bäume wiegen sich in den Wogen des Windes und stellen ein schönes Naturschauspiel dar. © David Julian Leonard, Kehrer Verlag

Die Belichtung, die dem Betrachter zu Beginn noch willkürlich erscheinen mag, betont jede Aufnahme in ihrer Einzigartigkeit und rundet sie ab. Die Naturbilder sind ein perfektes Beispiel dafür.

David Julian Leonard - tender is the light
Aus der Hüfte hat Leonard diese Situationen im Alltag festgehalten: Im Körbchen lässt sich dieser Welpe durch die Gegend fahren. © David Julian Leonard, Kehrer Verlag

Eine schöne Beschreibung hat David Leonard übrigens für die farblichen Räume zwischen den Fotografien. Sie sind blassrosa oder hellblau-türkis – und passen damit perfekt zum Buch: Er bezeichnet diese als Farbe, die entsteht, wenn man die rosanen, grünen und blauen „be my valentine“-Zuckerherzen jeweils in Wasser auflöst.

Mein Fazitinsa_menzel

Genau das Richtige für einen ruhigen Nachmittag, am besten mit einer heißen Schokolade in der Hand. Wichtig sind der zweite, dritte oder auch vierte Blick. Nur so erkennt man bei manch unorthodox wirkenden Fotos (die teilweise stark verschwommen sind) wirklich alles. Erst dann versteht man, was der Fotograf uns eigentlich zeigen und sagen will: die Schöhnheit der Einfachheit und manchmal auch die Besonderheit der jeweils abgelichteten, alltäglichen Lebenssituationen.

Insa Menzel studiert Kommunikations- und Medienwissenschaften und hat eine Vorliebe für Fotografien mit individuellen Geschichten. Nebenbei ist sie freie Mitarbeiterin bei der Rheinischen Post und schreibt für photobildband.de.

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