Magic Party Place

Magic Party Place: Das Leben in Schwarz-Weiß

CJ Clarke „Magic Party Place“ Kehrer Verlag 192 Seiten Sprache: Englisch Format: 17 x 22,6 cm ISBN: 978-3-86828-689-2 Preis: 45,00 Euro (D)
CJ Clarke
„Magic Party Place“
Kehrer Verlag
192 Seiten
Sprache: Englisch
Format: 17 x 22,6 cm
ISBN: 978-3-86828-689-2
Preis: 45,00 Euro (D)

Basildon ist ein kleines Städtchen rund 40 Kilometer östlich von London. Hier wirkte der Fotograf CJ Clarke über zehn Jahre lang von Juli 2005 bis Februar 2016. Mit seinen Aufnahmen zeigt er das eintönig wirkende Leben der Einwohner: Der Bildband „Magic Party Place“ startet mit doppelseitigen Fotos, die mit verschiedenen Schwarz-, Grau- und Weißtönen zunächst sehr trist auf den Betrachter wirken.

Die Arbeit mit unbunten Farben

Allerdings schafft es Clarke auch im Dunklen Akzente zu setzen. Die meist sehr düster gehaltenen Aufnahmen beeindrucken durch einzelne zentrale Lichtaspekte, die dadurch zum Blickfang und Mittelpunkt des Bildes werden.

CJ Clarke - Magic Party Place
Selbst verschwommen tritt der Unterschied von schwarzen und weißen Aspekten eindeutig in den Vordergrund. © CJ Clarke, Kehrer Verlag

Die Art, wie der Fotograf mit dem Einsatz von Helligkeit arbeitet, kommt auf jeder Seite des Bildbands zur Geltung: Er nutzt den Kontrast, um die dunklen Bilder abzurunden.

Spannend ist, dass Clarke im Bildband verschiedene Papiermaterialien einsetzt, um die Fotos zu präsentieren. Während einige Seiten sehr dick sind und die Oberfläche rau und matt, sind andere dünner und glänzen.

CJ Clarke - Magic Party Place
Weit und breit kein Auto. Die Straßenlaternen verleihen dem Bild eine tiefe Wirkung und unterstreichen das menschenleere Flair © CJ Clarke, Kehrer Verlag

Die Abwechslung, die dadurch entsteht, macht den Bildband interessanter. Vielleicht hat Clarke dadurch versucht, den tristen, ja sogar langweiligen Eindruck der Stadt zu verstecken und auch damit zu brechen.

So sind doppelseitige Aufnahmen manchmal auch zweifach zu betrachten. Die schimmernde Seite verleiht dem Schwarz durch den Einfall des Tageslichts oder auch dem einer Deckenlampe einen helleren Glanz.

CJClarke

Über den Fotografen
Der in Basildon geborene Filmemacher und Fotograf CJ Clarke lebte lange Zeit in seiner Heimatstadt und entschied sich, die mehr als zehn Jahre dauernde Bilderreihe zu produzieren. Gleichzeitig arbeitete er an einem Projekt über Nordirland. Seinen Sitz hat er heute in Großbritannien und Indien.

CJ Clarke - Magic Party Place
So wirklich Spaß bei der Arbeit hat dieser junge Mann nicht. © CJ Clarke, Kehrer Verlag

Basildon bekam nach dem Zweiten Weltkrieg einen Status als „New Town“ zugewiesen. Die Planstadt, wie übrigens auch die US-Hauptstadt Washington D.C eine ist, wurde durch ein enormes Erneuerungsprogramm gebaut. Der Grund dafür war, die Ansiedlung in der zusammengeführten Gemeinde zu verbessern.

Die Bedeutung des Einfachen

Ein Großteil der Einwohner zählt sich zur Arbeiterklasse. Neben den Aufnahmen gibt es einige Zitate. Die englischen Zeilen über Gedankengänge oder Berichte aus dem Leben von unbekannten Menschen regen beim Blättern zum Nachdenken an.

CJ Clarke - Magic Party Place
Ein kleiner Schnaps kann nach einem harten Arbeitstag bestimmt nicht schaden. © CJ Clarke, Kehrer Verlag.

Genauso die Details auf den Bildern: Gibt der Typ der Katze wirklich Alkohol zu trinken? Ob das wohl so gut ist? In Basildon scheint man davon überzeugt zu sein.

Am Ende des Bandes findet man weitere Fakten über Basildon. Darunter unter anderem die Bevölkerungs- und Kriminalitätsrate oder auch, welche Religionen dort vertreten sind. Die wenigen Seiten, auf denen Clarke einiges über sich und die Entstehung und Entwicklung der Fotoreihe erzählt, helfen zudem dabei, das ein oder andere Bild besser zu verstehen.

Mein Fazitinsa_menzel

Die Kunst, die Clarke mit nur zwei verschiedenen Farbtönen erzeugt, ist beeindruckend. Genauso die Momente, die er in den einzelnen Situationen festgehalten hat. Sie sind einzigartige Millieufotografien. Am besten gefällt mir, wie unterschiedlich die Fotos aus „Magic Party Place“ auf den verschiedenen Materialien von Papier wirken. In der Online-Version fehlt dieses Stilmittel zwar, trotzdem kann man anhand der Bilder erahnen, welchen Effekt die gedruckte Version auslöst.

Insa Menzel studiert Kommunikations- und Medienwissenschaften und hat eine Vorliebe für Fotografien mit individuellen Geschichten. Nebenbei ist sie freie Mitarbeiterin bei der Rheinischen Post und schreibt für photobildband.de.
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