© Bernd Kolb/Atman

Atman: Bernd Kolbs Reise durch Südasien

Bernd Kolb „Atman – Seele“ Terra Magica Verlag Format: 23 x 31 cm Sprache: Deutsch ISBN: 978-3-7243-1057-0 50 Euro (D)
Bernd Kolb
„Atman – Seele“
Terra Magica Verlag
192 Seiten
Format: 23 x 31 cm
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-7243-1057-0
50 Euro (D)

Bernd Kolb hat in seinem Leben schon viel erlebt. Er hat den digitalen Fortschritt mit vorangetrieben und Unternehmen erfolgreich geführt. Ein Mann des modernen Lebens sozusagen. Und dennoch: Da gab es etwas, was ihm fehlte. Daher brach er 2012 auf, um sich auf die Suche nach den Quellen der Weisheit zu begeben. Herausgekommen ist der Bildband „Atman“.

Sein Aha-Erlebnis hatte der Visionär Bernd Kolb auf Bali. Er lernte einen Schamanen kennen, mit dem er in einer Höhle meditierte. Auf einmal bemerkte er, dass er erstmals in seinem Leben wunschlos glücklich war. „Ich wollte herausfinden, was diese Menschen so tief zufrieden erscheinen ließ“, schrieb Kolb für die Einleitung seines Bildbands. Und so begab er sich auf eine Reise, von Indonesien über Südostasien bis nach Nepal.

Die Weisheit und Lebenserfahrung wird in Nepal hoch verehrt - so wie bei dieser 107-Jährigen © Bernd Kolb/Atman
Die Weisheit und Lebenserfahrung wird in Nepal hoch verehrt – so wie bei dieser 107-Jährigen. © Bernd Kolb/Atman
Über den Fotografen
Bernd Kolb ist ein Internetpionier. Für die Marke West entwickelte er das erste werbliche Internetportal Deutschlands. Auch der erste deutsche Onlineshop (von Tui) war sein Werk. Er wurde 1998 von der SPD zum Unternehmer des Jahres gekürt, bevor er im darauffolgenden Jahrzehnt in den Vorstand für Innovation und Endgeräte zur Deutschen Telekom wechselte. 2010 gründete er den Club of Marrakesh: Diese Denkfabrik besteht aus Wissenschaftlern, Politikern und Unternehmern, die sich das Ziel gesetzt haben, globale und nachhaltige Innovationen zu entwickeln.

Mehr als 1.000 Worte

Kolb ließ sich treiben, auf der Suche nach allem, was ihn auf irgendeine Art und Weise angezogen hatte. So kam er mit vielen Menschen ins Gespräch, tauschte mit ihnen Lebensgeschichten aus und gelegentlich meditierte er mit ihnen. Auf diesem Wege entstanden die ersten Fotos von eben diesen Personen.

Wir alle kennen das: Man kann viele Dinge nicht in Worte fassen, aber ein Bild hingegen sagt bekanntlich mehr als 1.000 Worte. Die Faszination, die Bernd Kolb bei seinen Begegnungen spürte, wollte er auf dem Kamerachip festhalten. Er nennt es Atman. Dieser altindische Begriff steht für die Seele – vor allem jene Art von Seele, die das wahre Wesen eines jeden Menschen ausdrückt und die unvergänglich bleibt.

Die Padaung, einem Stamm der asiatischen Volks des Karen, glauben, dass Sie von einem Drachen mit gepanzerten Nacken abstammen - daher auch der Halsschmuck. © Bernd Kolb/Atman
Die Padaung, einem Stamm der asiatischen Volks der Karen, glauben, dass sie von einem Drachen mit gepanzerten Nacken abstammen – daher auch der Halsschmuck. © Bernd Kolb/Atman

Wenn es nach Bernd Kolb geht, dann ist „Atman“ ein perfektes Hilfsmittel zur Meditation. Zu Beginn des Buches empfiehlt er, dass man sich für das Anschauen der Bilder eine Atmosphäre der Ruhe schaffen sollte. Dass man dem Porträtierten respektvolle Aufmerksamkeit schenken soll, dass man die Gesichter so lange anschauen soll, bis sie anfangen „unscharf“ zu werden. Neugierig? Wenn du es mal ausprobieren will, dann schau dir dieses Video zum Buch an.

 

Ob der Bildband aber überhaupt für jemanden relevant ist, der mit Meditation und Seelensuche nichts anfangen kann – und vielleicht auch nichts anfangen will? Die Antwort: „Atman“ kann als Hilfsmittel zur Meditation verwendet werden, muss aber nicht.

Denn unabhängig von Kolbs Botschaft ist der Bildband eine Sammlung von großartigen Porträtfotos. Kolb war bei den Aufnahmen sehr nah dran: „In dem Augenblick, in dem ich diese totale Verbundenheit intensiv fühlte, drückte ich auf den Auslöser“, so der Fotograf. Die Bilder seien keine Schnappschüsse, sondern entstanden in einem absolut vertrauten Moment. Porträtfotos, wie sie sein sollten. Von Kolb können angehende Fotografen viel lernen.

Geld, Macht und Ruhm

Vor allem zeigt das Buch: Selbst ohne viel Schnickschnack kann man sein Glück finden. Ja, oder gerade deshalb? „Blicken Sie tief in die Augen der Menschen in diesem Buch, so werden wir uns ihres inneren Friedens bewusst, ihres Respekts gegenüber allen, die auf dem Planet Erde beheimatet sind“, schreibt Jane Goodall im Vorwort des Buches. Die renommierte Schimpansen-Verhaltensforscherin hat innerhalb der letzten Jahrzehnte zahlreiche Bildungsprojekte für Kinder aufgebaut und ist seit 2002 Friedensbotschafterin der UNO.

Weiter schreibt sie: „Welche Tragik, dass immer mehr von uns niemals diesen Frieden erlangen können, weil wir uns immer weiter von der natürlichen Welt trennen und mehr und mehr mit Geld und Macht und Ruhm befassen.“ Auch wenn du Meditationen und dergleichen kritisch gegenüberstehen solltest: Ein paar Minuten mit diesem wundervollen Bildband helfen, einmal etwas abzuschalten – und auch über den eigenen Tellerrand hinauszublicken.

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