Realität oder am Computer illustriert? Die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen auf den Fotos. © Anderson & Low

On the Set of James Bond’s Spectre: Hinters Licht geführt

Jonathan Anderson & Edwin Low „On the Set of James Bond's Spectre“ Hatje Cantz Verlag 64 Seiten Sprache: Englisch Format: 32 x 25 cm ISBN: 978-3-7757-4198-9 Preis: 38,00 Euro (D)
Jonathan Anderson & Edwin Low
„On the Set of James Bond’s Spectre“
Hatje Cantz Verlag
64 Seiten
Sprache: Englisch
Format: 32 x 25 cm
ISBN: 978-3-7757-4198-9
Preis: 38,00 Euro (D)

Packende Action und eine faszinierende Story: James-Bond-Filme fesseln den Zuschauer meist von Anfang an. Man versinkt in der Handlung und gibt sich der Illusion hin. Das Fotografenduo Anderson & Low zeigt in dem Bildband „On the Set of James Bond’s Spectre“ zahlreiche Bond-Drehorte in einem etwas anderen Licht: Die Künstler spielen mit einer einzigartigen Darstellung von Realität und Fiktion.

Jonathan Anderson und Edwin Low setzten ihr Projekt am Set des Bond-Films „Spectre“ in den Pinewood Studios nahe London um.

Dabei dokumentierten sie die originalen Drehorte des Streifens, wie zum Beispiel ein Planetarium, einen opulenten Palazzo und diverse High-Tech-Fahrzeuge. Der Clou: Sie drückten dann auf den Auslöser, sobald die Sets menschenleer waren.

Die Illusion eines echt aussehenden Settings trifft auf eine künstliche Beleuchtung an der Decke. © Anderson & Low
Die Illusion eines echt aussehenden Tafel-Settings wird dank des künstlichen Lichts an der Decke in die perfekte Atmosphäre getaucht. Derartige Hintergründe vermittelt der Bildband. © Anderson & Low

Ungewöhnliche Stille

Bewegung gibt es auf den Fotos keine: Die Bilder zeigen eine nahezu magische Atmosphäre an den menschenleeren Drehorten und offenbaren Details, die man beim Schauen des Actionfilms vermutlich nicht sehen würde.

Die Fotografen spielen mit einer besonderen Ästhetik: Im Kontrast stehen real wirkende Orte und offensichtliche filmtechnische Mittel, die erst die Künstlichkeit der Szenerie offenbaren. Außerdem zeigt besonders die Abwesenheit von Personen, dass es sich um eine fiktive Umgebung handelt: Die Settings wirken verlassen und abstrakt, ähneln einem Stillleben.

Über die Fotografen
A&L Portrait circular crop_reduced-1Jonathan Anderson und Edwin Low leben in London und arbeiten seit 2009 als Fotografenduo zusammen. Gemeinsam spezialisieren sie sich auf die Bereiche Porträt, Architektur, Abstraktion, Reportage und Landschaft. Thematisch beschäftigen sie sich oft mit der Spannung zwischen Realität und Fantasie sowie der Wahrnehmung, Interpretation und Komposition von Bildern. Im Jahr 2015 erhielten sie die Möglichkeit, ihr künstlerisches Projekt am Set des berühmten Klassikers realisieren zu dürfen.

Ein Spiel mit Realität und Illusion

Obwohl die Fotografen auf die künstliche Konstruktion der Drehorte hinweisen, haben diese eine besondere Aura. Oft verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion: Bei einigen Bildern ist unklar, ob das Objekt wirklich so abgelichtet wurde. Manche wirken eher wie eine Computersimulation, einer Computer-Genereated-Imagery (CGI). Wie zum Beispiel das abgelichtete „Bond Boat“.

Realität oder am Computer illustriert? Die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen. © Anderson & Low

Anderson und Low setzen bei ihren Aufnahmen Kontraste ein: Das Bild eines Zimmers wirkt einerseits sehr real, andererseits sieht man die Kabel, die vermutlich zur Filmtechnik gehören. Das Künstlerduo entkräftigt die Illusion, indem die filmtechnischen Mittel gezeigt werden.

Ein real wirkendes Hotelzimmer – allerdings lassen sich oben im Bild Kabel und Kameras erahnen. © Anderson & Low
Eine real wirkende Rumpelkammer – oder doch eine Filmszene? Kabel und Technik an der Decke lassen letzteres erahnen. © Anderson & Low

Mein Fazit

johanna_petersDer Bildband zeigt die Settings eines Blogbusters mal in einem anderen Licht. Durch die stillen Fotos hat der Betrachter Zeit und Ruhe, über die abstrakten Eindrücke zu reflektieren und sich in eine andere Welt hineinzuversetzen. Kameratechnische Mittel weisen jedoch zwischendurch auf die Künstlichkeit des Settings hin. Realität und Fiktion verschwimmen. Ein spannender Bildband – nicht nur für Bond-Fans.

Johanna Peters studiert Medien- und Kulturwissenschaften und interessiert sich schon lange für die Fotografie. Darüber hinaus schreibt sie Rezensionen für photobildband.de.
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